Arbeitskreis Botulinumtoxin der DGN

 

 

 

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Therapeutische Anwendungen des Botulinumtoxins

 

Prof. Dr. med. Wolfgang H. Jost, Fachbereich Neurologie,

Deutsche Klinik für Diagnostik, Wiesbaden

Einleitung

Botulinumtoxin ist das stärkste uns bekannte Gift. Bereits die Aufnahme von wenigen µg ist für den Menschen tödlich. Bekannt und gefürchtet ist der obligat anaerobe Keim Clostridium botulinum, da er den sogenannten Botulismus verursacht, eine Lebensmittelvergiftung v.a. nach Genuss vergifteter Dosennahrung und Wurst aus Hausschlachtungen.

Das Toxin führt zu einer irreversiblen Hemmung der Acetylcholinausschüttung aus den praesynaptischen Vesikeln und somit einer Unterbrechung der Impulsübertragung vom Nerven auf den Muskel. Es resultieren Lähmungen der quergestreiften, aber auch glatten Muskulatur.

Therapeutisch nutzte das Toxin erstmals der Augenarzt A.B. Scott aus San Francisco zur Behandlung des Strabismus. Zu einem breiteren Einsatz der Substanz kam es erst zirka 10 Jahre später. So begannen 1982 verschiedene Arbeitsgruppen mit dem Einsatz beim Blepharospasmus und Hemispasmus facialis und ab 1984 wurde das Toxin auch bei komplexeren Dystonien (z.B. Torticollis spasmodicus) eingesetzt.